14.08.2013 On Tour – Erftstadt (Teil 1)

Als im Oktober letzten Jahres die neue Webseite online ging, hatten wir als eine der Neuerungen auch Hinweise auf Ausflugsziele der Region eingefügt. Freizeit- und Tourismusaspekte sind bei der Wahl des Seminaranbieters nicht unwichtig, und in dieser Hinsicht bietet die Region in der Tat einiges. Vielleicht lädt dies unsere Kursteilnehmer dazu ein, länger zu verweilen, um sich das eine oder andere anzuschauen.


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Da der Juli uns nun endlich nach langem Warten doch noch den Sommer beschert hat, wollen wir nun mit den schon lang angekündigten Tourberichten durch die Region starten. Und so führte uns die erste Reise nach Erftstadt, das ziemlich genau auf der Hälfte des Weges zwischen Köln und Mechernich liegt. Erftstadt selbst entstand erst 1969 durch den Zusammenschluss von insgesamt 14 Dörfern und kleineren Städten, wobei der Name nach dem die Region prägenden Fluss Erft gewählt wurde. Die beiden Hauptorte sind die historisch gewachsenen Ortschaften Lechenich und Liblar, kaum 5 Kilometer voneinander entfernt und zu beiden Seiten der Autobahn A 1 bzw. 61 gelegen. Von der Autobahnabfahrt braucht es nur kappe zwei Minuten, um die historische Innenstadt von Lechenich zu erreichen. Zwei alte Stadttore begrenzen die Innenstadt, rechts und links der Durchgangsstrasse finden sich Einzelhandelsgeschäfte in sorgsam gepflegten Altbauten, schließlich öffnet sich der gepflasterte Marktplatz mit dem neogotischen Rathaus. Neben dem Wochenmarkt findet sich auf dem weitläufigen Areal unmittelbar neben dem Rathaus eine Aussengastronomie, von der man abends genüsslich den Sonnenuntergang über dem Herriger Tor beobachten kann.


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Die Gastronomie gehört zum Haus Bosen, das seit über hundertzwanzig Jahren in einem Fachwerkhaus am Markt seine Gäste bewirtet. Schräg gegenüber liegt das alte Amtsgericht, heute ebenfalls ein florierendes Restaurant. Wenige Meter davon entfernt liegt das Husarenquartier. Das Barock-Gebäude aus dem 18 Jahrhundert, ehemals Quartier der berittenen Landgendarmerie und heute ein Sternerestaurant, liegt auf der Schlosstrasse, die den Weg zur Landesburg öffnet, einer befestigten Wasserburganlage innerhalb der alten Stadtmauern, die von den Kölner Erzbischöfen über Jahrhundert als Residenz genutzt wurde.

Die Straßenzüge rings um den Markt sehen mit ihren in Reihe gebauten, zweistöckigen Altbauten hübsch aus. Auf dem Schlosswall finden sich noch zahlreiche Zinshäuser aus dem 17. /18. Jahrhundert, die auf der Innenseite der rückgebauten Stadtmauer als Wallhäuser errichtet wurden und deren Bewohner mit dem „Wallonenfest“ jährlich im August ein überregional bekanntes Straßenfest organisieren. Ein Bummel auf der Promenade entlang des Stadtgrabens mit einem Blick auf die rückwärtigen winzigen Gärten der historischen Häuser am Zehntwall vermittelt das Flair einer holländischen Grachtenstadt. Geschäfte und ansprechende Lokale, liebevoll restaurierte Gebäude und nicht zuletzt der üppige Blumenschmuck, mit der die Einwohner ihre Altbauten aufhübschen, vermitteln eine entspannte Atmosphäre, die uns gern in Erftstadt-Lechenich verweilen lässt.

Teil 2 dieser Reise, der am 20.8. erscheint, führt uns nach Erftststadt-Liblar.

23.08.2013 On Tour – Erftstadt (Teil 2)

Nachdem wir in der letzten News Lechenich vorgestellt haben, wollen wir uns diesmal Liblar widmen, dass nur 5 Autominuten entfernt liegt. Liblar ist das Verwaltungszentrum von Erftstadt. Wie viele andere Ortschaften im Speckgürtel Kölns ist es seit den 60er Jahren durch die Erschließung zahlreicher Neubaugebiete sprunghaft gewachsen. In einem dieser Neubauareale wurde 1977 der damalige Arbeitgeberpräsident Schleyer von der RAF nach dessen Entführung gefangen gehalten. Auch Carl Schurz, Revolutionär der 1848er Bewegung und spätere Innenminister der USA, wurde 1829 in Liblar geboren. Der historische Ortskern von Liblar ist im Vergleich zu Lechenich eher klein, denn der Ort entwickelte sich erst durch den industriell betriebenen Braunkohleabbau in der Ville von einem winzigen Dorf zu einer Kleinstadt Ende des 19. Jahrhunderts. Der älteste historische Ortskern erstreckt sich entlang der heutigen Carl-Schurz-Straße und wird dominiert von der Kirche St. Alban (17. Jahrhundert), dem Fronhof und der Anlage des Schlosses Gracht mit seinem historischen Park.


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Das Schloß gehört zu den eindrucksvollsten Wasserschlössern des Rheinlandes. Ursprünglich als Burganlage um 1500 errichtet und bis 1945 Stammsitz der Familie Wolff-Metternich besteht die Anlage aus einer dreiflügeligen Vorburg und einem zweiflügeligen Herrenhaus. Die Gebäude, heute Sitz einer Managementshochchule (EMST), können für Tagungen und Feierlichkeiten gebucht werden. Frei zugänglich dagegen ist der das Schoß umgebende denkmalgeschützte Barockpark. Auf 9 ha finden sich in der Tat einige botanische Sehenswürdigkeiten, so u.a. 3 Mammutbäume aus der Mitte des 19. Jahrhundert, die in dieser Zahl und Größe in Deutschland sonst nur auf der Insel Mainau im Bodensee anzutreffen sind.

Vor den Toren der Stadt liegt der Liblarer See, der als einer der schönsten waldumrandeten Seen im Rheinland bei gutem Sommerwetter zum Baden einlädt. Dieser zählt zu den Villeseen, eine Platte von etwa 40 Seen und Weihern, die nach Beendigung des industriell betriebenen Braunkohletagebaus seit den 60er Jahren durch naturnahe Rekultivierung entstanden und als Brut- und Laichgebiete heute wertvolle Biotope darstellen.

Unterwegs mit Paul zur Mengstrenger Mühle

Genau ein Jahr ist es her, dass wir den letzten Tourbericht über eine Reise in die Eifel-Region online stellten. Es ist also Zeit, sich wieder auf Reisen zu begeben. Mittlerweile hat sich unsere Exkursionsgruppe erweitert – Paul, ein junger Golden Retriever, wird uns nun fortan begleiten. Da in diesem Jahr Laufen und Gehen auch schon Thema der Workshops mit Ulrike Apel und Rita Räderscheidt in unserem Seminarhaus waren und ich vor wenigen Wochen ein Buch des Feldenkraislehrers Wim Luipers über die Heilkraft des Gehens gelesen hatte, lag eine Wanderexkursion nahe. Und in der Tat bietet die Umgebung des Feldenkraiszentrums dazu hervorragende Möglichkeiten. Diesmal machten wir uns auf den Weg Richtung Naturpark Eifel.

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Rund 20 Kilometer nordwestlich von Mechernich erstreckt sich auf einem ehemaligen Nato-Truppenübungsplatz auf 10.000 ha ein einmaliges Bioreservat mit seltenen Tieren, Pflanzen, herrlichen Wanderwegen, kleinen Flüssen und Talsperren. An dessen Nordrand liegen die kleinen Gemeinden Schmidt und Vossennack – dazwischen bahnt sich in einem Tal die Kall ihren Weg zur Rur. Auf halben Weg zwischen beiden Orten findet sich ein kleiner Abzweig mit einem holprigen Schotterweg zur Mengstrenger Mühle – unserem Ziel bzw. Ausgangspunkt der Wanderung. Ursprünglich als Ölmühle im 17. Jahrhundert gegründet und später zur Kornmühle umfunktioniert beherbergt sie heute ein beliebtes Ausflugslokal im historischen Ambiente. Vier Wanderwege kreuzen hier und machen den Ort zu einem beliebten Start- und Endpunkt von Wanderungen.

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Direkt hinter der Mühle schlängelt sich der Weg zwischen Mühlenbachzulauf und Kall, bevor sich dann nach wenigen hundert Metern die Wege in verschiedene Richtungen gabeln. Für eher ungeübte Wanderer bietet sich auf gut ausgebauten ebenen Wegen der rund 6 Kilometer lange Rundweg nach Simonskall an, der jeweils rechts und links der Kall führt. Wer es ein wenig anspruchsvoller mag und Stock und Stein nicht scheut und über Bäche springen mag, wird eher den historischen Wanderweg wählen. In jedem Fall haben wir plus Hund dort einen spannenden und anregenden Tag verbracht, der mit Cafe und Kuchen zum im Mühlengarten zum Abschluss vor der Heimreise belohnt wurde.

Englische Version

August 14, 2013 On Tour – Erftstadt (Part 1)

The inclusion of tourists attractions has been one of the improvements of our new website which went online last October. And indeed in terms of tourism and recreation our area has plenty to offer.

After we had been waiting for good weather for months the summer season finally startet in July. This gave us the opportunity to start with our cruising along the local area searching for interesting spots to hang out. Our first trip brought us to Erftstadt, pretty much in the middle of the way from Cologne to Mechernich. Erftstadt, founded in 1969 and consisting of 14 villages and small towns, was named after the river crossing the area. The villages Lechenich and Liblar, only 3 miles apart and seperated only by highway A1/A61, are the most interesting historical sites of this town. It only takes you few minutes from the freeway exit to reach the historical centre of Lechenich. Two medieval city gates are bounding this area, nicely restored buildings can be found on mainstreet which brings you to the market, which is always vibrant with activity with plenty of good restaurants residing in historical buildings. Just take a seat in the pub garden next to the neo-Gothic cityhall and relax to watch sunset over the Herriger Tor. The pub garden ist part of Haus Bosen, a well established century old restaurant in a half-timber house at the corner of the market place. Right across you find the courthouse, now a restaurant as well. Closed by is the Husarenquartier. This baroque building on Schlossstrasse, formely headquarter of the local cavalry and now residing a gourmet restaurant, leads you towards the Landesburg, an moated castle within historic downtown, which was used by the archbishops of Cologne as a rural residence for centuries

Small alleys with beautifully restored buildings are fringing the market place. The dollhouses along Schlosswall are the setting for the Wallonenfest, a famous annual block party in August. Strolling along the promenade of the Stadtgraben, a small canal, reminds you of a medieval town in the Netherlands. Appealing stores and restaurants and lots of flower decorations on the historical buildings create an relaxed atmosphere and make Lechenich a worthwhile trip.

Part 2 of our jouney, to be released on August 20, will bring us to Erfstadt-Liblar.

August 23, 2013 On Tour – Erftstadt (Part 2)

While we have introduced Lechenich in our latest news, we want to focus now on Liblar, which is only a five minutes´drive away. Liblar is the administration center of Erftstadt. Like other small villages surrounding Cologne it rapidly grew since the late 1960s by building up numerous developing areas. In one of these areas the RAF imprisoned Hans Martin Schleyer in 1977 after kidnapping him in Cologne.


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Also Carl Schurz, a revolutionary of 1848 and later Home Secretary of the USA, was born in Liblar in1829. The historical centre of Liblar is quite small, it grew when the industrialized soft coal opencast mining started in the second half of the 19th century. The oldest parts of the village consists of St. Alban, a church from 17th century, The Fronhof and Schloss Gracht with its historical castle grounds. The building from the 17th century is one the most impressive moated castles in Rhineland. Today it houses a management school (EMST) but it can be rent for converences and celebrations as well. Open for public is the beautiful park surrounding the castle. On 9 hectare you find some rare botanic points of interests such as 3 sequoia trees from the midst of the 19th century.

Closed by the castle Gracht is Liblarer See, a beautiful lake surrounded by trees and perfect for swimming on hot summer days.

August 27, 2014

On Tour with Paul – Mengstrenger Mühle

It´s been a year ago that we published our latest tour report. So time has come to go on the road again. In the meantime our excursion group also got a new member. Paul – a golden retriever – will accompany our journeys in the future. As walking and running already has been the topic of workshops by Ulrike Apel and Rita Räderscheidt earlier this year in Mechernich and by recently reading a book by Wim Luipers on the healing power of walking, a hiking tour seemed to be the right idea. And indeed the Eifel area around Mechernich offers a lot of interesting hiking spots. On a saturday in August we croused towards the Eifel national park about 20 miles northwest of Mechernich. Siting on a former Nato miltary training area these 10.000 hectare are now forming an unique bioreserve providing a habitat for rare animals and plants with loveley tracks, streams, rivers and dams.

Schmidt and Vossenack are two small villages on the northern edge of the park – the river Kall carvings it´s way in between. Hallfway between both villages you´ll find a small branch leading to the Mengstrenger Mill - our destination and ideal starting point for our trecking tour. Founded as an oilpress in the 17th centurry it was later used as a corn mill and now houses a popular restaurant destination. Four trails intersect there making the place a popular start and endpoint for walking tours. Behind the mill the path winds its way between the Kall and the millflow. A couple of hundred meters away at a crossroad the path divides into different directions.

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For unexperienced walkers the the well-laid-out 4-mile-long circular trail towards Simonskall might be a good choice. More experienced hikers might choose the historical trail going over hill and dale and crossing creeks. In any case we and our dog spend a good time there finishing thew day with coffee and cake in the outdoor patio of the mill before heading home.

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