ADVANCED SEMINAR Die Arme mit mehr Leichtigkeit und besserem Verständnis benutzen


Benutzung der Arme mit größerer Leichtigkeit

Schwierigkeiten und Schmerzen bei der Benutzung der Arme, stören nicht nur beruflich, sondern auch bei Aktivitäten im Alltag. Die Schmerzen machen sich in den Schultern, im Nacken, den Rücken hinunter und manchmal in den Armen bemerkbar. Sie stören oft das Atmen und erzeugen einen allgemeinen Zustand des Unbehagens. Arbeit, Sport, Freizeitaktivitäten und Alltag sind nur noch eingeschränkt möglich.
Wir werden verschiedenen Elemente kennenlernen, die wir zur Verfügung haben müssen, um mit solchen Klienten und mit uns zu arbeiten. Das beinhaltet auch das Verständnis und eine strategische Nutzung von:

+ Differenzierungen
+ den Stützelementen durch den Thorax und das Becken beim Sitzen und beim Stehen
+ Intern verortete räumliche Dynamik zwischen den Körperteilen
+ Externe räumliche Dynamik, bezogen auf den Raum und die Objekte, mit denen man interagiert (Musikinstrument, Haarbürste, Computer, Heben eines Kopfes in einer FI)
+ Der "voreingestellte" Tonus einer Person, der auftaucht, bevor überhaupt die Arme gehoben werden, um das Objekt zu erreichen (siehe unten)

In jeder Handlung mit den Armen, ist es eine unvermeidliche "Aufgaben-Voreinstellung" das Gewicht der Arme selbst zu heben, wenn sie zur Handlung schreiten. Die antizipatorische Haltung, die man dafür mitbringt, sowie das Bild, das man von der Handlung hat, wird ein bestimmtes Muster der muskulären Mobilisierung organisieren, noch bevor die Handlung beginnt. Wenn dieses Mobilisierungsmuster nicht untersucht wird, wird es ebendieselbe Handlung durchdringen, die eine Person zu reorganisieren hofft. Und solange man sich dieser unvermeidlichen "Aufgaben-Voreinstellung" nicht bewusst wird, wird es schwieriger sein, auf die Organisation der tatsächlichen Handlung einzuwirken, die die Person ja verbessern möchte.

Lektionen in Bewusstheit durch Bewegung, Arbeit in Funktionaler Integration sowie Arbeit im Sitzen nach einer FI-Stunde werden sorgfältig zusammengewebt. Wie immer in Olenas Werkstätten wird die funktionelle Anatomie eine herausragende Rolle bei der Schaffung eines tieferen Verständnisses spielen.

Zwei Wochen vor dem Beginn des Workshops erhalten die Teilnehmer Audioaufnahmen von mehreren ATMs und werden gebeten, diese ATMs vor Kursbeginn zu "machen". Diese ATMs werden in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung von Hilde Koeppel-Fischer gehalten und stammen aus früheren Workshops.

Auf der einen Hand
können grundlegende Differenzierungen, die für eine leichtere Benutzung der Arme notwendig sind, organisiert werden, während sie auf dem Boden liegen. Für viele unserer Klienten ist selbst das auch eine Herausforderung, und wir werden herausgefordert bleiben, ATM-Lektionen zu finden, die zu Unterschieden im Handeln führen, laufend Lernmöglichkeiten bieten, aber die Wahrscheinlichkeit der Belastung minimieren.

Atem, Bauch und Nutzung der Arme

Ein freier Unterbauch ist ein Hinweis darauf, wie leicht das Handeln organisiert ist, und wie ebenso leicht und klar das Handeln skelettär gestützt ist. Um Differenzierungen immer tiefer in einen Zustand der systemischen Leichtigkeit einzubetten, werden wir eingehend einzelne Atem-ATMs erforschen. Diese vermitteln eine tiefere Erfahrung des "freien Bauchs" und verbinden sich schließlich mit einer überraschend "großen" Handlung. Atmen und Handeln werden durch diese Lektionen derart verfeinert und vertieft, dass beide einander nicht beeinträchtigen. Während einige der Atem-ATMs Euch vielleicht bekannt sein mögen, kann der Aufbau der Lektionen im Verhältnis zueinander und in Bezug zu eher skelettär orientierten Lektionen zu einigen wirklich neuen "Zuständen" und Erfahrungen von sich selbst führen.

ALLMÄHLICHE ANNÄHERUNGEN

Dieses Intensivseminar in Bewusstheit durch Bewegung wird über die Arbeit mit Differenzierungen fortschreiten, die im Liegen, Liegen und Sitzen sowie über die Arbeit mit Armen, Schultergürtel und Kopf im Stehen stattfinden. Dies wird dem Gehirn abgestufte Möglichkeiten bieten, Übergänge von einer Situation zur anderen herzustellen, ohne auf Differenzierungen zu verzichten, die in den weniger anspruchsvollen Orientierungen gewonnen wurden. Diese Progression muss entwicklungsmäßig sein, in dem Sinne, dass für jeden Menschen der nächste Schritt buchstäblich aus den vorhergehenden heranreifen muss. Und ein Entwicklungsfortschritt bedeutet auch, während der fünf Tage auf die Basics und den Boden zurückzugreifen.

In Amherst, wo Moshé Feldenkrais den Luxus hatte, über Wochen ausgiebig zu arbeiten, finden wir außergewöhnliche Unterrichtsserien, die sich mit dem Schultergürtel, den Armen, dem 7. Halswirbel, dem Hals und dem Kopf in Bezug auf die Unterstützung von Wirbelsäule, Becken, Bauch und Beinen beschäftigen. Dabei werde ich ATM-Unterrichtsstunden aus Amherst, Alexander Yanai und einige von Feldenkrais' Workshops zusammenflechten.

Kartierung des Raumes um uns herum

"Es gibt einen Stamm in Namibia, in dem jede Person mit einer Art Selbstraum um den Körper herum geboren wird. Dieser Raum des Selbst ist wie eine Blase, die sich über den Körper hinaus ausdehnt und am Körper befestigt ist, sie bewegt sich, wenn sich die Person bewegt. [...] "[H]ier ist eine Kultur, die explizit die Existenz des persönlichen Raums um den Körper herum postuliert[,] [...] was Neurowissenschaftler peripersonalen Raum nennen - und jeder Zentimeter davon wird in deinem Gehirn kartiert! (Kapitel 7,) "Der Geist im Körper: Das Ich und sein Raum" Sandra und Matthew Blakeslee, Wissenschaftsautoren der NY Times.

Durch ATMs erschaffen wir Karten dieses peripersonalen Raumes, auch wenn wir ihn nicht mit einem so ausgefallenen Namen bezeichnen! Aber, was wäre, wenn wir die Bewegung der Arme nicht nur aus den üblichen Perspektiven der Unterstützung und Differenzierung betrachten, sondern auch aus der Perspektive, wie diese Bewegung ein Akt ist, der den Raum um uns herum buchstäblich in unserem Gehirn abbildet. Das Kapitel über den Peripersonalen-Raum im oben genannten Buch spricht genau das an!

Außergewöhnlich und überraschend ist, dass das bewusste Betrachten und Achten auf den Raum die Bewegungen glättet und gleichzeitig Unterstützung und Differenzierung verfeinert, sodass sich die Arme leichter anfühlen. Ich werde diese Perspektive bei der Anleitung der ATMs mit berücksichtigen.

Arme im Ausdruck und im kartierten Raum

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich hier in Toronto mit verschiedenen Möglichkeiten im Ausdruckstanz. Ich habe die Tage des modernen Tanzes vor 40 Jahren vermisst. Das heißt, ich vermisse Bewegung in und durch große Räume. Am häufigsten ging ich zu 5 Rhythmen-Events*, denn es gab großartige Musik, die kreative Freiheit, wie und wo ich mich bewegen konnte, und nur gelegentlich nervige Gesprächskreise.
* 5 Rhythmen ist eine Tanz- und Bewegungsmeditation nach Gabrielle Roth. AdÜ

Mir fiel dabei auf, wie selten Menschen ihre Arme über Schulterhöhe oder hinter den Rumpf griffen und wie selten die Arme wirklich frei waren. Ich denke nicht, dass alle diese ziemlich gesunden Leute Schulterprobleme hatten, die die Arme einschränkten. Warum also waren die Arme nicht im Raum, wenn es nicht nur Erlaubnis, sondern auch Einladung zur Bewegung gab?

Kann es etwas mit nicht kartiertem Raum zu tun haben? Haben wir nicht nur gewohnte Bewegungsmuster, sondern auch gewohnte Karten des Raumes um uns herum? Was uns zu folgendem führt: Wie können wir Raum genauso interessant und beachtenswert machen, wie skelettäre Stütze, Differenzierung und Anpassung an Anstrengung es sind?

Das gibt eine ganz neue Dimension beim Erkunden des Gebrauchs unserer Arme! Und es gibt dem funktionalen Denken eine völlig neue Dimension. Viele Aspekte, die begeistern und inspirieren...

Olena Nitefor

Eckdaten

Zeitraum:  25. bis 29. Juli 2018

Referent:  Olena Nitefor

Kosten:  490,00

Kurszeiten

Mi. 11 – 18 h
Do.–Sa. 10 – 17 h
So. 10 – 14 5

* zzgl. VersandkostenVersandkosten